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20.12.2010 Kategorie: Gemeindeleben, Musik

Der Weihnachtsschlager Stille Nacht

Aus der Not geboren

Kein christliches Weihnachtslied hat so einen Siegeszug um die Welt angetreten wie „Stille Nacht - heilige Nacht". Übersetzt in bislang mehr als 350 Sprachen und Dialekte erklingt der Weihnachtshit selbst auf der Südseeinsel Samoa. Und auch die Innuit in der Arktis stimmen Weihnachten gerne das „Jutdlime Kimsugtut" an, insgesamt fast zweieinhalb Milliarden Menschen auf fünf Kontinenten, so hat man errechnet. Keine Komposition von Bach oder Beethoven kennen so viele Menschen, keine von Michael Jackson oder Robbie Williams. Wäre den Schöpfern des Liedes heutzutage ein ähnlicher Erfolg gelungen, sie wären reiche Männer. Doch vom Triumphzug ihres Liedes ahnten seine beiden Schöpfer Joseph Mohr und Franz Xaver Gruber nichts, als sie es sich im Jahr 1818 ausdachten - aus der Not heraus.
Ausgerechnet an Heiligabend verweigert die Orgel in der Pfarrkirche St. Nicolaus in der Österreichischen Stadt Oberndorf ihren Dienst. Joseph Mohr, der Pfarrer der Gemeinde, gerät ins Schwitzen. Die Zeiten sind hart, halb Europa leidet unter den Folgen der Kriege, mit denen Napoleon den Kontinent überzogen hat. Seine Gemeindemitglieder sehnen sich nach besseren Zeiten, hoffen gerade in der Christmette auf Erbauung und da soll gleich nach der Predigt Schluss sein? Da erinnert sich Mohr an die Verse, die er zwei Jahre zuvor geschrieben hat „Stille Nacht - heilige Nacht". Könnte daraus nicht ein Lied werden?
Mit dem Blatt Papier in der Hand eilt er zum Haus des Lehrers und Organisten von Oberndorf, Franz Xaver Gruber, einem überaus begabten Musiker. Er bittet ihn, sein Gedicht zu vertonen. Für zwei Männerstimmen und eine Gitarre. Bereits am späten Nachmittag hat Gruber die Komposition, eine eingängige Melodie, vollendet.
In der Christmette singt Mohr den Tenor, Gruber den Bass. Begleitet nur durch Mohrs Gitarrenspiel. Die Gemeinde ist beseelt. Die Männer arbeiten als Schiffer auf der Salzach, an deren Ufer Oberndorf liegt. Der Fluss, die Lebensader des Ortes, ist Staatsgrenze geworden, der Transport von Salz ist gefährdet. Es sind einfache, arme Menschen. Doch bei der Schlusszeile, „Jesus der Retter ist da" stimmen alle mit ein. Die Friedensbotschaft ist angekommen. (gbr)